Kinder- und Jugendarztpraxis Thomas Jansen
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echte Grippe = Influenza, ausgelöst durch saisonale Influenzaviren

Derzeit wird die Grippeimpfung von vielen Seiten für alle empfohlen, obwohl nicht klar ist, ob wir dieses Jahr überhaupt eine Grippewelle bekommen und ob der zur Verfügung stehende Impfstoff gegen die dann zirkulierenden Grippestämme gut wirkt.
Durch die Coronamaßnahmen gab es weltweit seit März 2020 kaum noch Grippefälle, weshalb eine Prognose, welcher Grippestamm sich eventuell ausbreitet, sehr schwierig ist. Einer der Influenza-B Stämme im aktuellen Impfstoff ist seit über einem Jahr weltweit gar nicht mehr nachgewiesen worden. Bisher ist in den Meldesystemen auch kein besonderer Anstieg der Grippefälle erkennbar. Genauere Daten dazu weiter unten auf der Seite.
Für mich ergibt sich daraus die Konsequenz, dass ich Risikopatienten auf jeden Fall eine Impfung empfehle, bei allen anderen würde ich den Verlauf der Grippesaison abwarten und gegebenenfalls dann noch impfen. Es gibt aktuell aber überhaupt keinen Grund, besonders früh zu impfen.

Krankheitsbild:

Typische Symptome  sind plötzlicher Erkrankungsbeginn, Fieber, Husten oder Halsschmerzen sowie Muskel- und/oder Kopfschmerzen. Detailierte Informationen siehe: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Influenza_saisonal.html;jsessionid=E9A8AEFF9E9E080CE69399BEA7643AEF.internet082

Informationen zum Verlauf der aktuellen Grippesaison (2021/2022):

Normalerweise tritt Influenza in der kalten Jahreszeit verstärkt auf und verschwindet in der warmen Jahreszeit weitgehend. Sie wandert sozusagen über die Erde und betrifft in unserem Sommer die Südhalbkugel und wandert dann in unserem Winter auf die Nordhalbkugel. Daher treten Grippewellen bei uns meist erst im Januar/Februar auf.

Mit dem Auftauchen von Corona und den dadurch ausgelösten Hygienemaßnahmen und Reiseeinschränkungen wurde seit Anfang 2020 die Influenza weltweit selten: Daten der WHO über die Nordhalbkugel.

Informationen zum weltweiten Verlauf der Influenzasaison siehe WHO Flunet: https://www.who.int/teams/global-influenza-programme/surveillance-and-monitoring/influenza-surveillance-outputs

In den letzten Wochen auf der Nordhalbkugel nachgewiesene Viren: https://apps.who.int/flumart/Default?Hemisphere=Northern&ReportNo=5

Influenza in Deutschland - Karte: https://influenza.rki.de/MapArchive.aspx

                     Daten: https://influenza.rki.de/Diagrams.aspx?agiRegion=0

Influenza in Baden Württemberg: https://influenza.rki.de/Diagrams.aspx?agiRegion=1

Informationen zur Grippeimpfung:

Eine Impfempfehlung durch die Stiko gibt es auch dieses Jahr insbesondere für 

  • über 60-jährige, 
  • Schwangere  ab 2.Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung ab 1.Trimenon
  • Personen ≥6 Monate mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grunderkrankung, wie z.B. chronische Erkrankung der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankung, Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen, chronische neurologische Erkrankungen, Personen mit angeborener oder erworbener Abwehrschwäche
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können

Seiten des Robert-Koch Institutes zur Grippeimpfung: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/Influenza/Influenza.html;jsessionid=3330DEA7F5B48C17A4C81B009192FA0E.internet072

Ein großes Problem der Grippeimpfung ist die dauernde Veränderung des Grippevirus, weshalb durch die Weltgesundheitsorganistation (WHO) jedes Jahr eine Anpassung der 4 Virusstämme erfolgt, die im Grippeimpfstoff enthalten sind. Dabei orientiert sich die WHO an den in der Vergangenheit zirkulierenden Virusstämmen und versucht eine Prognose, welche Stämme in der kommenden Grippesaison vorherschen werden. Diees Jahr ist dies aber sehr schwierig, da auch auf der Südhalbkugel die Grippesaison ausgefallen ist und daher kaum Daten über zirkulierende Stämme vorliegen.

Dies ist der auch Grund für die sehr wechselnde Wirksamkeit der Grippeimpfung, die in der Vergangenheit durchschnittlich bei ungefähr 60% lag. Eine Analyse der Wirksamkeit in der Grippesaison 2019/2020 findet sich hier: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/45_20.pdf?__blob=publicationFile

In den vergangenen Jahren gab es zeitweise eine große Aufregung um angeblich fehlende Grippeimpfstoffe, wobei am Ende doch genug Impfstoff da war. Für dieses Jahr wurde noch deutlich mehr produziert, so dass ein Engpass sehr unwahrscheinlich ist.  Gut zu erkennen ist dies an den vom Paul Ehrlich Institut freigegebene Dosen:  https://www.pei.de/SharedDocs/Bilder/DE/arzneimittel/Influenza/2021-2022-influenza-dosen.png;jsessionid=AAB9BFF5AF5CD10E9336BDAEC5321897.intranet241?__blob=poster&v=18